top of page

Fotos sind nicht für die Gegenwart gemacht

  • Autorenbild: Dalida Jákli
    Dalida Jákli
  • 11. Feb.
  • 1 Min. Lesezeit

Es gibt ein seltsames Missverständnis über Fotografie. Die meisten denken, Fotos entstehen für das Jetzt: für Instagram, für ein Profilbild, für Oma oder für die Wand. Aber in Wahrheit entstehen Fotos für die Zukunft.




Nicht für eine perfekte Zukunft, sondern für die, in der du eines Tages zurückschauen wirst.

Eines Tages wirst du auf dem Bild nicht die Kleidung sehen. Nicht die Frisur. Nicht, ob du ein paar Kilo mehr oder weniger hattest. Du wirst sehen, wie du jemanden angeschaut hast, den du liebst. Du wirst hören, wie dein Kind gelacht hat, bevor es gelernt hat, seine Gefühle zu verstecken. Du wirst eine Bewegung erkennen, die damals selbstverständlich war und dir später fehlen wird.




Fotografie hat nichts mit Schönheit zu tun. Sie ist ein Beweis. Der Beweis, dass du da warst. Dass du gelebt hast. Dass du geliebt hast.

Ein gutes Foto ist nicht gut, weil es perfekt ist, sondern weil es wahr ist. Wahre Bilder sind manchmal zerzaust, manchmal laut, manchmal chaotisch — genau wie das Leben. Und genau deshalb berühren sie uns.

Dein zukünftiges Ich wird nicht danach suchen, ob alles perfekt war. Sondern ob es echt war. Fotos entstehen nicht für dein aktuelles Selbstbewusstsein, sondern für den Menschen, der sie in 10, 20 oder 40 Jahren anschaut und sagt: „Ja. Das waren wir.“

Und es gibt kaum etwas Wertvolleres als das. Nicht die Perfektion bleibt. Die Geschichte bleibt.



Kommentare


bottom of page